KI im Mittelstand: täglich genutzt, doch kaum jemand spart wirklich Zeit damit

Aktualisiert: 12. Aug.
Ihre Mitarbeiter schreiben ihre E-Mails und Angebote längst mit ChatGPT. Doch trotz dieser digitalen Helfer braucht Ihr Team für ein Angebot seltsamerweise fast genauso lange wie vorher, und die Personalkosten bleiben ebenfalls gleich. Die Deutsche Social Collaboration Studie 2026 erklärt, woran das liegt.
Fast alle nutzen KI, aber kaum jemand hat einen Plan
Künstliche Intelligenz ist in den Unternehmen nicht nur angekommen, sondern ein fester Bestandteil des Arbeitsalltags. Das belegen auch die Daten: Rund drei Viertel der Mitarbeitenden arbeiten bereits produktiv mit generativer KI. Mehr als vier von fünf Führungskräften wollen sie nicht mehr hergeben. Nur: Ein Plan fehlt fast überall. Gerade einmal jedes vierte Unternehmen hat eine KI-Strategie, obwohl 95 Prozent der Führungskräfte sie für nötig halten.
Die meisten nutzen KI für „Kleinkram“. Das sind Dinge wie Texte schreiben (35 Prozent), im Internet recherchieren (32 Prozent) oder übersetzen (31 Prozent). Doch gerade in Bereichen, die wirklich viel Geld bringen – wie zum Beispiel Angebotskalkulation, Einkauf oder Produktion –, nutzen weniger als 15 Prozent Künstliche Intelligenz.
Das Problem liegt nicht in der Technik
Viele Unternehmen kaufen munter Rechenleistung und Lizenzen. 42 Prozent investieren zwar in Technik, aber nur 20 Prozent schulen ihre Leute darin, wie man sie richtig nutzt. Und gerade mal 2 Prozent prüfen überhaupt, ob sich KI eigentlich rechnet. Die Studienautoren nennen das „Umsetzungslücke“. Damit ist gemeint, dass Firmen mit KI loslegen, bevor sie überhaupt festgelegt haben, wer sie verantwortet und welche Daten in welches Tool dürfen.
Die gute Nachricht: Dieses Problem lässt sich verhältnismäßig leicht lösen, und zwar ohne neues Modell und ohne ein Riesen-IT-Projekt. Was zählt, sind klare Regeln und geschulte Mitarbeiter.
So spart man wirklich Zeit
Wir verdeutlichen das mal an einem Beispiel: Bei einem Fahrzeugzulieferer schreiben zehn Mitarbeiter ihre Angebote mit ChatGPT – jeder auf eigene Faust. Die Folge: Niemand weiß, welche Kundendaten dabei ins Netz wandern. So sollte es natürlich nicht sein. Mit klaren Regeln wird daraus ein fester Ablauf. Das spart nicht nur Zeit, sondern sorgt auch dafür, dass sensible Daten geschützt bleiben.
Regeln festlegen: Wer entscheidet über Künstliche Intelligenz? Welche Daten dürfen in welches Werkzeug – und welche nicht?
Mitarbeiter schulen: 83 Prozent der Führungskräfte sagen selbst, dass hier zu wenig passiert. Also: schulen, was das Zeug hält!
Sicher arbeiten: Statt dass sich jeder einzeln bei ChatGPT oder Claude anmeldet, nutzen alle einen zentralen, DSGVO-konformen Zugang wie zum Beispiel Nexus. So gelten für jeden dieselben Datenschutzregeln, und Sie behalten stets den Überblick, welche Daten wohin gehen.
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Über die Studie
Die Deutsche Social Collaboration Studie untersucht, wie digital Unternehmen zusammenarbeiten und wie weit sie beim digitalen Arbeitsplatz sind. Die Ausgabe 2026 nimmt den Einsatz von generativer KI in den Blick: Dafür haben die Herausgeber mehr als 200 Führungskräfte aus deutschen Unternehmen befragt. Die Studie erscheint seit 2015 jährlich – herausgegeben von der TU Darmstadt (Prof. Dr. Peter Buxmann) und der Beratung Campana & Schott.
Glossar
Generative KI (GenAI): Computerprogramme, die aus Mustern in großen Textmengen selbst neue Inhalte wie Texte oder Bilder erzeugen. Bekannt ist zum Beispiel ChatGPT.
DSGVO: Datenschutz-Grundverordnung. Sie regelt in der EU, wie Unternehmen personenbezogene Daten verarbeiten dürfen.
KI-Strategie: Ein Plan, der festlegt, wofür ein Unternehmen KI einsetzt, wer sie verantwortet und welche Regeln gelten.
Quellen
BigData-Insider: „Wie Unternehmen GenAI jetzt skalieren können“
Deutsche Social Collaboration Studie 2026 (TU Darmstadt / Campana & Schott)



