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1.000 Kloauflagen, Atombomben-Bücher und Kerzen: Wenn ein KI-Agent einen Laden führt

  • vor 1 Tag
  • 3 Min. Lesezeit

Aktualisiert: vor 9 Stunden

Ein Startup übergab einem KI-Agenten 100.000 Dollar und die volle Kontrolle über ein Ladengeschäft. Das Ergebnis? 1.000 WC-Sitzauflagen, viele Kerzen – und 13.000 Dollar Verlust.


Lukas Petersson und Axel Backlund betreiben das Start-up Andon Labs in San Francisco. Sie wollten wissen: Was passiert, wenn man einer KI-Agentin eine Debitkarte, einen Internetzugang und einen Auftrag gibt? Sprich: ein Experiment der besonderen Art.


Die Gründer sind keine Unbekannten: Zuvor hatten sie bereits einen KI-gesteuerten Snackautomaten betrieben. Doch das war für ihren Geschmack zu einfach. Also drehten Petersson und Backlund richtig auf: Sie mieteten einen Laden in der noblen Union Street für schlappe 7.500 Dollar monatlich, legten 100.000 Dollar auf ein Bankkonto und übergaben der KI-Agentin namens „Luna" eine Debitkarte. Der Auftrag: Gewinn erwirtschaften.


Luna basiert übrigens auf Anthropics Sprachmodell Claude Sonnet 4.6.


Das Experiment: Eine KI-Agentin als Chefin


Gesagt, getan. Luna kümmerte sich im „Andon Market" um alles: Sie suchte Handwerker, schrieb Stellen aus und führte Vorstellungsgespräche. Innerhalb von fünf Minuten nach Aktivierung hatte sie Profile auf LinkedIn, Indeed und Craigslist angelegt, eine Stellenbeschreibung verfasst und die Anzeigen veröffentlicht. Luna fand über Yelp Maler für die Wände, beauftragte einen Schreiner für Regale und Möbel und engagierte einen Wandmaler für ein 1,20 Meter breites Logo an der Rückwand.


Die Bewerbungsgespräche führte Luna per Telefon – fünf bis fünfzehn Minuten lang, wobei sie die meiste Zeit selbst sprach. Manche Bewerber merkten gar nicht, dass sie mit einer KI redeten. Studenten mit Informatik-Hintergrund lehnte Luna ab – keine Erfahrung im Einzelhandel. Am Ende stellte sie zwei Mitarbeiter ein: laut Andon Labs die weltweit ersten Vollzeitangestellten mit einer KI-Agentin als Vorgesetzter.


Wichtig: Alle Angestellten sind formal bei Andon Labs beschäftigt, mit garantiertem Gehalt und vollem Rechtsschutz.


Schöne neue Welt, jede Menge Kerzen und ein Maler aus Afghanistan


Luna kaufte das gesamte Sortiment selbst ein. Besonders die Buchauswahl fiel auf: „Superintelligenz" von Nick Bostrom, „The Making of the Atomic Bomb" von Richard Rhodes, „Schöne neue Welt" von Aldous Huxley und „The Singularity Is Near" von Ray Kurzweil. Ausgerechnet Bücher, die Menschen lesen, die sich vor den Risiken künstlicher Intelligenz sorgen. Andon Labs nennt das selbst „ziemlich ironisch".


Daneben verkauft Luna Kerzen, Brettspiele, Kunstdrucke, Müsliriegel und selbst entworfene T-Shirts mit einem Mondgesicht-Logo. Über 700 Dollar gab sie allein für Giclée-Kunstdrucke aus – eine zehnteilige „Luna Series".


Das Problem: Die Kerzen dominierten das Sortiment. Laut New York Times bestellte Luna zudem 1.000 Toilettensitzauflagen für das Mitarbeiter-WC – und listete sie kurzerhand als Verkaufsware. Mit Sicherheit ein Ladenhüter.


Für Malerarbeiten kontaktierte Luna einen Handwerker in Afghanistan. Und der Dienstplan geriet so durcheinander, dass der Laden drei Tage geschlossen blieb.


Die Bilanz nach den ersten elf Tagen: 13.000 Dollar Verlust. Auf der anderen Seite machen wohl die wenigsten Geschäfte im ersten Monat Gewinn.


In diesem Video können Sie selbst mal einen Blick ins Ladeninnere riskieren.


Was Mittelständler daraus lernen können


Andon Labs formuliert es selbst klar: „Wir sind überzeugt: Diese Zukunft kommt – ob wir wollen oder nicht." Die beiden Gründer wollen Schwachstellen dokumentieren, bevor KI-Agenten ohne Aufsicht arbeiten.


Für Entscheider in deutschen Unternehmen steckt darin eine wichtige Erkenntnis: KI-Agenten können Routineaufgaben koordinieren, Lieferanten kontaktieren und sogar Personal rekrutieren. Aber: Sie brauchen klare Leitplanken. Wer KI-Werkzeuge gezielt für definierte Aufgaben einsetzt, erzielt messbare Ergebnisse. Wer einer Agentin freie Hand gibt, bekommt 1.000 Kloauflagen im Regal.


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Glossar


  • Claude Sonnet 4.6: Ein Sprachmodell des US-Unternehmens Anthropic. Luna basiert auf diesem Modell.

  • KI-Agent / KI-Agentin: Ein Software-System, das eigenständig Aufgaben ausführt, Entscheidungen trifft und mit seiner Umgebung interagiert – etwa E-Mails schreibt, Bestellungen aufgibt oder Termine koordiniert.


Quellen


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