GPT Image 2.5: Was der neue Bildgenerator von OpenAI so drauf hat

Bisher glich die Arbeit mit KI-Bildgeneratoren oft einem Würfelspiel: Einmal ein Wort im Prompt geändert, und plötzlich sitzt die Frisur woanders, aus dem Biergarten-Hintergrund wurde ein Picknick auf der Wiese und das Firmen-Logo? Hat sich irgendwie in Luft aufgelöst.
OpenAI will das mit GPT Image 2.5 jetzt ändern. Beim neuen Bildmodell geht es weniger darum, die hübschesten Bilder zu generieren, als vielmehr darum, die Kontrolle bei Änderungen zu haben.
Schneller und ähnlicher zum Original
Eine Eigenschaft, die sich beim Bildgenerieren generell auszahlt: Geduld. Ein Bild zu erstellen ist in der Regel keine Sache von zwei Sekunden, sondern nimmt etwas Zeit in Anspruch. Zeit, die Sie sich bei Image 2.5 jetzt sparen können. Gegenüber seinem Vorgänger Image 2.0 soll die Generierung bis zu 50 Prozent schneller gehen – und das bei einer natürlicheren Beleuchtung und feineren Texturen.
Der wahre Hauptvorteil liegt aber gar nicht beim Erstellen neuer Bilder, sondern beim Bearbeiten bestehender Bilder. Denn auf diesem Gebiet waren und sind Bildgeneratoren häufig unfreiwillig kreativ. Wer nur den Hintergrund tauscht oder einen Schriftzug ergänzt, muss bei Image 2.5 nicht mehr fürchten, dass das Modell nebenbei noch Gesicht und Bildaufbau komplett neu generiert. Details bleiben auch über mehrere Bearbeitungsschritte hinweg erhalten – ein Detail, das im Marketing- oder Produktbild-Alltag den Unterschied macht.
Eine Skizze sagt mehr als tausend Worte
Eine Bildidee zu beschreiben, kann bisweilen ziemlich aufwändig sein und bedarf vieler Worte. Wäre es da nicht leichter, einfach etwas zu kritzeln und der KI ganz knapp zu sagen, was sie machen soll? Genau das ist jetzt dank der neuen Sketch-Funktion möglich. Und das geht so: Sie malen eine grobe, handgezeichnete Skizze, schreiben einen Text-Prompt und schon bekommen Sie ein erstklassiges Bild. Unsere „Sessel“-Skizze wirkt da schon ziemlich profimäßig, aber das funktioniert aber auch mit Skizzen im Kinderstil ziemlich gut.
Ebenfalls praktisch: speicherbare Templates für wiederkehrende Formate wie Poster oder Produktfotos sowie eine Kommentarfunktion, mit der sich Änderungswünsche direkt an der betreffenden Bildstelle hinterlassen lassen.
Für Entwickler gibt's zwei neue Modelle über die API (die Programmierschnittstelle für Entwickler): Flare für schnelle Alltagsbilder, Sunburst für aufwendigere Bearbeitungen.
Ausgerollt für alle – mit Wasserzeichen
Image 2.5 rollt seit dem Start für sämtliche ChatGPT-Tarife aus, auf Desktop, Mobile und im Web sowie in ChatGPT Work und Codex. Während des Rollouts unterscheiden sich einzelne Funktionen noch je Plattform: Templates stehen etwa vorerst nicht in Work zur Verfügung.
Unverändert bleibt die Kennzeichnung: Wie schon die Vorgängerversionen versieht OpenAI auch mit Image 2.5 erstellte Bilder mit unsichtbaren Wasserzeichen und C2PA-Metadaten, die den Ursprung als KI-generiert markieren. Seit August 2026 müssen Anbieter fotorealistische KI-Bilder in der EU ohnehin kennzeichnen – hier dürfte das neue Modell besonders punkten.
Erste Stimmen aus der Praxis
Auch aus der Praxis gibt es erste Rückmeldungen: Neben Higgsfield AI zählen laut OpenAI auch Adobe, Manus und Runway zu den Unternehmen, die die neuen Modelle bereits einsetzen. Axultan Alimkulov, Head of Product bei Higgsfield AI, bringt den Nutzen auf den Punkt:
„An GPT-Image-2.5 Flare hat uns am meisten beeindruckt, wie gut es versteht, was nicht geändert werden soll. Man kann eine wesentliche Änderung vornehmen, ohne den Charakter, die Komposition oder die visuelle Identität des Originalbilds zu verlieren.“
Auch bei Referenzfotos zeigt sich der Fortschritt: Bekannte Motive lassen sich laut OpenAI zuverlässiger in neue Umgebungen und Stile übertragen, charakteristische Merkmale bleiben eher erhalten – praktisch für alle, die mit echten Personen oder Produktbildern arbeiten. Da verwundert es nur wenig, dass laut OpenAI inzwischen über drei Milliarden Bilder pro Woche über ChatGPT Image und die API entstehen.
Gut zu wissen: GPT Image 2.5 steht Ihnen ab sofort auch in Nexus zur Verfügung.
Glossar
API: Programmierschnittstelle, über die Entwickler Funktionen wie die Bildgenerierung in eigene Programme einbinden können.
C2PA: Technischer Standard, der Bilddateien mit Metadaten versieht, um ihren Ursprung
– etwa als KI-generiert – nachvollziehbar zu machen.
Flare: Schnelleres der beiden neuen GPT-Image-2.5-Modelle, gedacht für alltägliche Bildgenerierung.
Sketch: Neue Funktion in GPT Image 2.5, mit der eine handgezeichnete Skizze als Vorlage für die Bildgenerierung dient.
Sunburst: Leistungsstärkeres der beiden neuen GPT-Image-2.5-Modelle, ausgelegt auf präzise Bearbeitungen.
Templates: Speicherbare Vorlagen für wiederkehrende Bildformate wie Poster oder Produktfotos.
Quellen
heise online: ChatGPT Images 2.5: OpenAI bringt neue Funktionen zur KI-Bilderstellung



