Midjourney Medical: KI-Bilddienst baut jetzt Körperscanner
- vor 4 Tagen
- 2 Min. Lesezeit
Midjourney will die Welt gesünder machen – zugegebenermaßen ein äußerst ambitioniertes Vorhaben. Die meisten kennen Midjourney als Werkzeug für hübsche Bilder. Jetzt betritt der KI-Bilddienst Neuland: Das Unternehmen entwickelt gerade einen Ganzkörperscanner. Midjourney selbst verspricht nicht weniger als ein längeres Leben.
Für ein Unternehmen, das bislang nur für Software bekannt war, ist das ein gewaltiger Schritt – und auch ein Wagnis.
Vom Bildgenerator zum Körperscanner
Bisher tippte man bei Midjourney einen Satz ein und erhielt im Anschluss ein Bild. Am 18. Juni 2026 stellte das Unternehmen eine eigene Medizinsparte vor: „Midjourney Medical“. Das erste Produkt dieser Sparte ist der sogenannte „Midjourney Scanner“. Dieser nutzt ein neues Bildgebungsverfahren namens „Ultrasonic CT“. Dabei soll der Körper in nur 60 Sekunden gescannt und als 3D-Karte abgebildet werden – und das Ganze ohne schädliche Röntgenstrahlung und ohne klaustrophobische MRT-Röhren.
So funktioniert der Scanner
Man steigt in ein flaches Becken und stellt sich auf eine Plattform. Anschließend gleitet man wie in einem Aufzug langsam nach unten, mit rund fünf Zentimetern pro Sekunde. Währenddessen passiert der Körper einen Ring aus rund einer halben Million Sensoren. Jeder Sensor ist Lautsprecher und Mikrofon zugleich: Er sendet Ultraschallwellen und zeichnet die Echos auf. Die Funktionsweise ist mit der Echoortung von Delfinen vergleichbar. Aus den ermittelten Daten berechnen Computer ein 3D-Bild. Laut Midjourney soll der Scanner ähnlich detaillierte Bilder wie ein MRT liefern – nur deutlich schneller.
Spa statt Wartezimmer
Es ist schon an sich ein ungewöhnliches Projekt für einen KI-Bilddienst, aber Midjourney setzt noch einen drauf. Die Geräte sollen nämlich nicht in Kliniken oder Arztpraxen stehen, sondern in firmeneigenen Midjourney Spas. Das erste davon öffnet voraussichtlich Ende 2027 in San Francisco. Und wie es sich für ein Spa gehört, mit Sauna, Whirlpool und Kältebecken. Die Besucher sollen sich wohlfühlen, der Scan läuft dabei fast nebenbei. So verlässt man das Spa schön entspannt und weiß gleich noch, wie es um die Gesundheit steht und wie man seinen Lebensstil verbessern könnte. Das ist allerdings momentan noch Zukunftsmusik.
Groß denken, diesen Leitsatz hat sich Midjourney wohl zu eigen gemacht. Bis 2031 plant das Unternehmen 50.000 Scanner weltweit und bis zu einer Milliarde Scans pro Monat. Finanziert wird das Großprojekt nicht über klassische Investoren, sondern über die eigene Nutzergemeinschaft.
Midjourney als Lebensverlängerer?
Das Unternehmen rechnet vor: Mit regelmäßigen, frühzeitigen Scans ließen sich womöglich 30 Prozent aller Todesfälle vermeiden und 50 Prozent der Gesundheitskosten einsparen. Diese Zahlen sind jedoch bislang nicht belegt. Auch Fachleute melden Zweifel an: Schallwellen dringen schlecht durch Knochen und Luft, etwa in der Lunge – genau hier stößt das Verfahren an physikalische Grenzen. Obendrein fehlt noch die Zulassung der US-amerikanischen Medizinbehörde, der FDA. Aber was nicht ist, kann ja noch werden.
Glossar
FDA: US-Behörde für Lebensmittel und Arzneimittel. Sie prüft und genehmigt unter anderem medizinische Geräte in den USA.
MRT (Magnetresonanztomografie): Bildgebendes Verfahren, das mit starken Magnetfeldern detaillierte Schnittbilder des Körperinneren erzeugt.
Ultraschall: Schallwellen oberhalb des hörbaren Bereichs. Sie werden im Körper zurückgeworfen und lassen sich zu Bildern verrechnen.
Ultrasonic CT: Von Midjourney geprägter Begriff für ein Verfahren, das aus vielen Ultraschallmessungen ein 3D-Bild des Körpers berechnet.
Quellen
Elektroniknet: „Medizintechnik im Spa: Midjourney will die Menschheit scannen"
Engadget: „Midjourney, the AI image generator, is developing a full-body ultrasonic scanner"
Midjourney: „A New Era of Midjourney"
t3n: „Vom Bildgenerator zum Gesundheitstool: Warum Midjourney jetzt einen Körperscanner entwickelt"



