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Perplexity Computer: Multi-Agenten-System mit Datenschutzproblem

  • vor 1 Tag
  • 3 Min. Lesezeit

Perplexity hat Ende Februar 2026 ein neues KI-System vorgestellt, das anders arbeitet als bisherige Chatbots. „Computer" erstellt eigenständig Workflows, delegiert Aufgaben an spezialisierte KI-Agenten und arbeitet über Stunden oder Tage hinweg – ohne dass Sie am Bildschirm sitzen müssen. Was steckt dahinter und taugt das Konzept für deutsche Unternehmen?


Aufteilen, delegieren, ausführen


Perplexity Computer funktioniert nach einem einfachen Prinzip: Sie beschreiben ein gewünschtes Ergebnis. Das System zerlegt dieses Ziel in Aufgaben und Teilaufgaben. Dann erstellt es sogenannte Unter-Agenten, die diese Aufgaben parallel abarbeiten. Jeder Agent nutzt dabei das KI-Modell, das für seine spezifische Aufgabe am besten geeignet ist.


Ein Beispiel: Sie beauftragen das System, eine Marktanalyse für Ihre Branche zu erstellen. Ein Agent durchsucht Fachpublikationen und Branchenberichte, ein zweiter analysiert Wettbewerber-Websites, ein dritter erstellt Diagramme aus den gesammelten Daten, ein vierter fasst alles in einem strukturierten Dokument zusammen. Die Koordination läuft automatisch ab. Sie müssen nicht dabei sein – das System arbeitet asynchron im Hintergrund.


Stößt ein Agent auf ein Problem, erstellt Perplexity Computer weitere Unter-Agenten, um es zu lösen. Perplexity verspricht, dass das System selbstständig API-Schlüssel finden, ergänzende Informationen recherchieren oder bei Bedarf kleine Programme schreiben kann.


Warum 19 Modelle statt eines einzigen?


Perplexity begründet seinen Ansatz mit einer Beobachtung: KI-Modelle entwickeln sich nicht zu einer Einheitslösung, sondern spezialisieren sich zunehmend. Jedes Spitzenmodell hat seine Stärken bei bestimmten Aufgaben.


Das System organisiert im Hintergrund 19 verschiedene Sprachmodelle gleichzeitig – deutlich mehr als bisherige Multi-Modell-Ansätze. Claude Opus von Anthropic dient als zentrale Steuerungseinheit. Es analysiert Anfragen und leitet sie an die passenden Spezialmodelle weiter: Gemini für tiefgehende Recherchen, Nano Banana für Bildgenerierung, Veo 3.1 für Videos, Grok für schnelle Aufgaben und ChatGPT 5.2 für umfangreiche Suchen mit langem Kontext.


Was macht Perplexity Computer anders als bisherige Systeme?


Die Multi-Modell-Orchestrierung an sich ist nicht neu. ChatGPT wechselt zwischen verschiedenen OpenAI-Modellen, Claude nutzt unterschiedliche Versionen. Auch agentische KI, die Aufgaben selbstständig erledigt, gibt es bereits – etwa mit OpenClaw oder Claude Computer Use.


Der Unterschied: Diese Systeme laufen lokal auf Ihrem Computer und erfordern technisches Know-how. OpenClaw ist Open Source und kostenlos, aber die Installation über die Kommandozeile ist nichts für Einsteiger. Claude Computer Use kontrolliert Ihren Desktop direkt – mit allen Sicherheitsrisiken.


Perplexity Computer läuft komplett in der Cloud. Keine Installation, keine lokalen Zugriffe, keine technische Konfiguration. Das macht es sicherer und zugänglicher – aber auch abhängiger von einem US-Anbieter.


Wie die technische Umsetzung aussieht


Jede Aufgabe läuft in einer isolierten Rechenumgebung mit eigenem Dateisystem, Browser und Anbindungen an über 400 verschiedene Tools. Die Agenten arbeiten in der Cloud, nicht auf Ihrem lokalen Rechner. Ein dauerhafter Speicher sichert Projekte und Einstellungen. Die Workflows können über längere Zeiträume laufen – Stunden, Tage oder theoretisch sogar Monate.


Das Problem mit dem Datenschutz


Hier wird es für deutsche Unternehmen kritisch: Perplexity Computer ist nicht DSGVO-konform. Die Datenverarbeitung erfolgt auf US-Servern unter amerikanischen Gesetzen, die nicht mit der DSGVO vereinbar sind.


Die Sicherheitsbewertungsplattform Rankiteo listet Perplexity als nicht DSGVO-konform. In Analysen warnen Datenschutz-Experten vor einem massiven rechtlichen Risiko für europäische Unternehmen. Zwar bietet Perplexity für Enterprise-Kunden Verschlüsselung und Datenschutzpraktiken. Diese Maßnahmen lösen aber das grundsätzliche Problem der US-Datenverarbeitung nicht.


Fazit: interessant, aber nicht DSGVO-konform


Perplexity Computer zeigt eine mögliche Zukunft der KI-Nutzung: Systeme, die 

komplexe Aufgaben eigenständig orchestrieren, statt nur auf Fragen zu antworten. 


Für deutsche Mittelständler bleibt aber ein entscheidender Punkt: Ohne DSGVO-Konformität ist das System für den Unternehmenseinsatz nicht geeignet. Die Datenschutz-Grundverordnung ist kein Nice-to-have, sondern eine rechtliche Pflicht. Verstöße können existenzbedrohende Bußgelder nach sich ziehen.


Die gute Nachricht: Multi-Modell-Orchestrierung muss nicht auf US-Servern laufen. Mit dem nächsten Nexus-Update führen wir „Anton" ein, einen KI-Agenten, der verschiedene Agenten koordiniert und für jede Aufgabe den passenden auswählt. Der entscheidende Unterschied: Anton läuft auf europäischen Servern und erfüllt alle DSGVO-Anforderungen. 



Glossar


- Agentische KI: KI-Systeme, die selbstständig Aufgaben ausführen und Entscheidungen treffen – ohne ständige menschliche Anleitung bei jedem Schritt.

- API (Application Programming Interface): Schnittstelle, über die verschiedene Programme miteinander kommunizieren und Daten austauschen können.

- Asynchron: Prozesse laufen unabhängig voneinander ab, ohne dass man auf den Abschluss des vorherigen warten muss.

- Cloud: Server und Rechenzentren, auf denen Programme und Daten online gespeichert und verarbeitet werden – nicht auf dem eigenen Computer.

- DSGVO (Datenschutz-Grundverordnung): Europäisches Gesetz, das regelt, wie Unternehmen mit personenbezogenen Daten umgehen müssen.

- Orchestrierung: Die Koordination und Steuerung mehrerer Systeme oder Programme, damit sie effizient zusammenarbeiten.


Quellen


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