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TurboQuant: Google macht KI schneller – und günstiger

  • 1. Apr.
  • 3 Min. Lesezeit

Große Sprachmodelle wie ChatGPT oder Gemini verarbeiten Informationen als sogenannte Vektoren – mathematische Zahlenlisten, die Bedeutungen und Zusammenhänge darstellen. Je komplexer die Aufgabe, desto länger werden dementsprechend die Listen.

Das Problem: Diese Vektoren belegen enorm viel Arbeitsspeicher und verlangsamen das System. 


Besonders kritisch wird es beim sogenannten KV-Cache (Key-Value-Cache). Dieser digitale Zwischenspeicher merkt sich, welche Informationen das Modell bereits verarbeitet hat – ähnlich wie ein Notizzettel, auf den Sie während eines Gesprächs wichtige Punkte schreiben. Und je länger die Unterhaltung dauert, desto voller wird letztlich dieser Zettel. Bei KI-Modellen wächst dieser Speicher so rasend schnell, dass selbst leistungsstarke Computer irgendwann an ihre Grenzen stoßen. 


Die Lösung: TurboQuant


Google Research hat einen Algorithmus entwickelt, der dieses Problem ein für allemal lösen soll – das wäre ein echter Durchbruch. TurboQuant komprimiert Vektoren auf drei bis vier Bit pro Zahl, das entspricht einer Reduzierung auf etwa ein Sechstel der ursprünglichen Größe – ohne dabei nennenswert an Qualität zu verlieren.


Die Sache mit dem Komprimieren kennt man sicherlich vom Fotografieren. Um Speicherplatz zu sparen, speichert man das Foto als JPEG ab. Laut Google benötigen die Vektoren nur noch ein Sechstel des ursprünglichen Speicherplatzes – und das ohne messbaren Qualitätsverlust. 


TurboQuant arbeitet dabei in zwei Stufen: 


  1. PolarQuant: Wandelt die Daten in eine kompaktere Darstellung um (wie von einer Adresse zu GPS-Koordinaten), wodurch aufwendige Berechnungsschritte entfallen.

  2. QJL: Reduziert Restfehler mit nur 1 Bit zusätzlichem Speicher – quasi eine mathematische Fehlerkorrektur ohne Zusatzkosten.


In Tests soll TurboQuant eine achtfache Geschwindigkeitssteigerung bei der Verarbeitung von Anfragen erreicht haben. Dazu kommt die bereits erwähnte sechsfache Speicherersparnis.


Was bringt das konkret?


TurboQuant verbessert zwei zentrale Bereiche: die Suche in großen Datenbanken und die Arbeit mit Sprachmodellen. Bei der Vektorsuche – also dem Finden ähnlicher Inhalte in riesigen Datenbeständen – erreicht der Algorithmus bessere Ergebnisse als bisherige Methoden. 


Für Sprachmodelle bedeutet TurboQuant, dass diese längere Texte verarbeiten können, ohne dabei langsamer oder ungenauer zu werden. Google testete die Technologie mit den Modellen Gemma und Mistral über verschiedene Aufgaben hinweg – von Frage-Antwort-Systemen über Code-Generierung bis zur Zusammenfassung langer Dokumente. In allen Tests lieferte TurboQuant identische Ergebnisse wie die unkomprimierten Modelle.


Praktische Anwendung


  • Niedrigere Kosten: Weniger Speicher bedeutet günstigere Server und geringere Cloud-Kosten. KI-Anwendungen werden wirtschaftlicher – auch für kleinere Budgets.

  • Schnellere Antworten: Komprimierte Modelle verarbeiten Anfragen deutlich schneller. Ihre Mitarbeiter warten nicht mehr minutenlang auf Ergebnisse, sondern erhalten Antworten in Sekunden.

  • Längere Kontexte: TurboQuant ermöglicht es KI-Modellen, längere Dokumente oder Gespräche zu verarbeiten. Ein Chatbot kann sich an mehr Details aus früheren Nachrichten erinnern. Eine Analyse-Software erfasst umfangreichere Berichte auf einmal.

  • Die Technologie funktioniert ohne Nachtraining oder Anpassung der Modelle. Das heißt: Sie können bestehende KI-Systeme direkt optimieren, ohne von vorne zu beginnen.


Fazit


TurboQuant ist mehr als eine technische Verbesserung. Die Technologie verändert die Wirtschaftlichkeit von KI grundlegend. Wenn Unternehmen KI-Anwendungen mit einem Bruchteil der bisherigen Kosten betreiben können, öffnet das völlig neue Möglichkeiten. Mehr Betriebe können sich KI leisten. Mehr Anwendungsfälle werden rentabel. Die Technologie beschleunigt die Verbreitung von KI im Mittelstand.


Glossar


  • Algorithmus: Eine Schritt-für-Schritt-Anleitung, die ein Computer befolgt, um ein Problem zu lösen oder eine Aufgabe zu erledigen.

  • Bit: Die kleinste Informationseinheit in der Datenverarbeitung. Ein Bit kann entweder 0 oder 1 sein.

  • KV-Cache (Key-Value-Cache): Ein Zwischenspeicher in KI-Modellen, der bereits verarbeitete Informationen aufbewahrt, damit das Modell nicht alles neu berechnen muss.

  • Kompression: Das Verkleinern von Daten, um Speicherplatz zu sparen oder Übertragungen zu beschleunigen.

  • Quantisierung: Der Prozess, bei dem präzise Dezimalzahlen in weniger präzise, aber platzsparende Ganzzahlen umgewandelt werden.

  • Vektor: Eine Liste von Zahlen, die in der KI verwendet wird, um Bedeutungen, Eigenschaften oder Beziehungen darzustellen.


Quellen



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