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Apple: Was die neue Siri kann – und wer sie nicht bekommt

  • vor 3 Tagen
  • 3 Min. Lesezeit

Apple hat gestern seine neue KI-Assistentin „Siri AI“ vorgestellt – und gleichzeitig bestätigt, dass europäische iPhone- und iPad-Nutzer sie vorerst nicht erhalten. Der Grund: ein schwelender Konflikt mit der EU-Kommission.


Besser spät als nie? Siri AI kommt – irgendwann


Vier Jahre lang saß Apple im KI-Rennen auf der Zuschauerbank. Während OpenAI mit ChatGPT den Markt aufmischte und Google sowie Samsung ihre Geräte mit immer neuen KI-Funktionen aufrüsteten, wirkte Apple abgehängt.


Bereits im Sommer 2024 hatte der Konzern eine grundlegend neue, kontextbewusste Siri angekündigt – und dann fast zwei Jahre lang nicht geliefert. Im März 2025 verschob Apple die neue Siri sogar auf unbestimmte Zeit. Die WWDC am 8. Juni war also mehr als eine Produktvorstellung, sie war Apples Versuch, zwei Jahre Stillstand auszubügeln. 


Siri findet die Schwester


Auf der jährlichen Entwicklerkonferenz präsentierte Apple eine grundlegend überarbeitete Version von Siri. Der Name: Siri AI. Die neue Assistentin funktioniert ähnlich wie Chatbots à la ChatGPT – sie führt Gespräche, recherchiert Informationen und erledigt Aufgaben über mehrere Apps hinweg. In einer Demo zeigte Apple, wie Siri AI Konzerttickets sucht und Rezepte für eine Party zusammenstellt.


Noch eindrucksvoller: Ein Nutzer fragte „Wie hieß der Podcast, den mir meine Schwester neulich empfohlen hat?" – und Siri legte los. Sie durchsuchte Nachrichten, erkannte im Adressbuch, wer die Schwester überhaupt ist, fand die passende Textnachricht und spielte den Podcast direkt ab. In einer weiteren Szene identifizierte Siri einen Ort auf einem Urlaubsfoto, zog die Adresse aus einem alten Chatverlauf und fügte das Bild automatisch einem geteilten Familienalbum hinzu.


Technisch geht Apple einen ungewöhnlichen Weg: Der Tech-Konzern kombiniert eigene KI-Modelle mit Googles Gemini. Einfache Anfragen verarbeitet das iPhone direkt auf dem Gerät. Für komplexere Aufgaben greift Apple auf Nvidia-Chips in Google-Rechenzentren zurück – abgesichert durch ein eigenes System namens „Private Cloud Compute", das laut eigenen Angaben selbst für Apple nicht einsehbar ist.


Warum deutsche Nutzer warten müssen


Sie wollen die aufgemotzte KI-Sprachassistentin auf Ihrem iPhone oder iPad auf Herz und Nieren testen? Hier müssen Sie sich leider in Geduld üben: Siri AI startet auf diesen Geräten zunächst nicht in der EU. Apple begründet das mit dem Digital Markets Act (DMA). Die EU-Kommission fordert, dass Apple sein Betriebssystem auch für KI-Assistenten anderer Anbieter öffnet. Apple argumentiert, das gefährde den Datenschutz der Nutzer.


„Wir sind sehr frustriert", sagte Apples Softwarechef Craig Federighi. Die EU konterte: „EU-Recht ist nicht verhandelbar." Apple hatte einen „Trusted System Agent" vorgeschlagen, den es über 18 Monate implementieren wollte. Und Brüssel? Lehnte ab.


Auf dem Mac, der Apple Watch und der Vision Pro soll Siri AI auch in der EU direkt zum Start verfügbar sein – allerdings zunächst nur auf Englisch. iPhones und iPads? Das steht noch in den Sternen.


Ein Machtwechsel zum Schluss


Die WWDC war Tim Cooks letzter Auftritt als Apple-CEO. Sein Nachfolger John Ternus übernimmt übernimmt am 1. September. „Ich bin zutiefst dankbar, diesen Weg mit euch gegangen zu sein", sagte Cook. Ob Ternus den EU-Konflikt löst, bleibt offen.



Glossar


  • DMA (Digital Markets Act): EU-Gesetz, das große Technologiekonzerne („Gatekeeper") verpflichtet, ihre Plattformen für Wettbewerber zu öffnen.

  • Private Cloud Compute: Apples gesichertes Cloud-System, das KI-Anfragen verarbeitet, ohne dass Apple oder Dritte die Daten einsehen können sollen.

  • WWDC: Worldwide Developers Conference – Apples jährliche Entwicklerkonferenz, auf der neue Software vorgestellt wird.


Quellen



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